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Rahmungsphilosophie

Bildende Kunst, insbesondere Arbeiten auf Papier brauchen Schutz vor schädlichen Einwirkungen verschiedener Art. Ein Rahmen schützt das Bild physikalisch und schafft eine Abgrenzung zur Umgebung des Bildes. Im laufe unserer Tätigkeit wurden uns zum rahmen Ölbilder, Arbeiten auf Papier und Druckgrafik u.a. von folgenden Künstlern anvertraut: Max Pechstein, Otto Dix, Walter Zuchors, Karl Hofer, Klaus Fußmann, Gisa Hausmann, Andre Krigar, Hans-Joachim Billib, V.Emanuelle, Ricardo Montovani, Frauke Gloyer, Wallat, Genia Chef, Jovan Balov, Peter Ojstersek, P. Groenendijk.

Eine Auswahl an Rahmungsbeispielen  und Präsentationsbeispielen finden Sie unter: HIER

Otto Dix, "An Ursus, Weihnachten 1949"

 

Konservierung, angemessene Präsentation und individuelle Akzentsetzung stellen für uns den primären Zweck des Rahmens dar. Ein handwerklich hochwertiges Produkt ist sehr langlebig, erfährt mit der Zeit Preissteigerung und wird oft gesammelt. Ein guter Rahmen ist weder Luxus- noch modeabhängiges Einrichtungsobjekt. Er tritt nicht in Konkurrenz mit dem Kunstwerk, sondern hat sich als unablässiger Partner jeder Wandinstallation etabliert. Erfahrungsgemäß haben gerahmte Kunstwerke höhere Chancen Aufmerksamkeit zu gewinnen und verkauft zu werden. Erfolgreiche Künstler und Galerien bilden hiermit den Kern unseres Kundenkreises. Historisch bedingt werden Rahmungsarbeiten in Deutschland meist von Glasern und Vergoldern angeboten. Die Vergolder stützen sich auf Erfahrung mit Veredelung von Holzschnitzereien zu sakrale Zwecken und stellen in ihren Werkstätten Heiligenskulpturen aus ihrer Meisterprüfung aus. Alte Rahmen und Duplikate hängen dort zur Raumdekoration. Wir kommen aus dem Bereich Bildender Kunst und haben Erfahrung mit dem Ausstellungsbetrieb. Als Musterkatalog bieten wir lieber eine Großzahl an fein präsentierten Kunstwerken an.

V.Emanuelle "Komposition mit Pflaumen" Öl/Hartfaserplatte, 2005. Rahmen"Berliner Leiste" Matt- und Glanzvergoldung auf Polimentbasis 2011.

 

Die Beziehung zwischen Bild und Rahmen ist subtil und wechselseitig. Sie bewirkt durch Akzentuierung, die eigentliche Konzentration auf das Bild. Historisch wurden schon immer Rahmen mit metallisch glänzenden Oberflächen versehen, da diese eine grundsätzlich andere Anmutung transportieren als das gemalte Bild. Nicht immer werden Kunstwerke in der idealen, musealen Umgebung oder als mit weißem Hintergrund und textueller Abhandlung umschlossene Abbildung betrachtet. Ein Rahmen hilft dem Kunstwerk sich gegen den umgebenden Raum abzusetzen, ohne selbst zu sehr in Erscheinung zu tretten. Es ist vielerlei vergleichbar mit der Arbeit eines Maßschneiders: Das Ziel ist es die Person im Anzug seriös und vertrauenswürdig, nicht etwa aufgesetzt wirken zu lassen. Die Einheit zwischen "adrett und leger" will gemeistert sein. (Yes, we can...)

Erfahrungsgemäß werden am häufigsten Kastenrahmen mit handversilberter Sicht- und Innenseite für Malerei und "Berliner Leisten" für Papierarbeiten verlangt. Als Studiorahmen sind alle Rahmen bei uns über Eck grundiert und bearbeitet und machen damit die Gehrungsschnitte unsichtbar. Davon wird jeder individuell an den Charakter des Bildes angepasst. Durch die Wahl von Untergrundbolus,Versilberung, Zeichen- oder "Marmorierungsgrad"der Oberfläche, Glanzlichtsetzung und Überzugslackeigenschaft. Bei der Grundierung unserer Holzleisten bemühen wir uns um gewissenhafte Ausführung technologischer Prozesse, die eine langjährige Lebensdauer garantieren, durchaus vergleichbar mit einem Tafelbild. Dabei werden Trägergrundierungen mit wechselndem Ölgehalt und Leimbindung aufgetragen, wobei mindestens zwei mehrstündige Trocknungszeiten abzuwarten sind. Ein schlichter Rahmen kann aus 11 bis 15 Arbeitsphasen bestehen. Somit braucht auch ein kleiner Studiorahmen mindestens zwei bis drei Arbeitstage. Außerdem bieten wir auch Oxidationsbehandlungen im Schwefelkasten, Lüsterungstönungen und andere Behandlungen der Oberfläche an. Darüber hinaus bieten wir Glanzgold in verschiedenen Farbschattierungen, Weißgold, Palladium oder Kupfer an, die Archi Galentz selbst für seine Werke bevorzugt. Wir restaurieren alte Rahmen und stellen Replika her. Gern stellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

Beispiele unsere Sammlung subtiler Abstraktion unter: HIER

Karo Mkrtchian (Gitz), "Infinity" 2005



Weitere Beispiele individuelle Rahmung auch: HIER

Archi Galentz, "Meri". Öl/Holz und Blattmetalle. 1999