interiordasein berlin


Curated projects 9."Berliner Begegnungen"/2017

Berlin Encounters

Archi Galentzs Solo Exhibition

Paintings and Works on Paper (etchings, lithographs and drawings)

Municipal Gallery, Kulturhaus Karlshorst

In the framework of Armenians of Germany Culture Days


City Scapes were always of intense interest to the artist, even since student days. The City, especially Berlin, is a place where unexpected and unforgettable encounters happen. Favorite works by other artists from the private collection of Archi Galentz illustrate these encounters. These include paintings, prints and photos by: Hans-Joachim Billib, Eberhard Franke, Klaus Fussmann, Gisa Hausmann, Sargis Hovhannisyan, Klaus Jürgeit, Silvina Der-Meguerditchian, Rolf Münzner, Oleg Neishtadt and Pierre Pageard.

Opening Kulturhaus Karlshorst, 5th of May, starting at 18.00 hr.
Address Treskowallee 112, 10318 Berlin

See fotos of the exhibition: HERE





See the opening speech by AEAE.eV Head Mr. Minasyan: HERE

See the opening speech by the head of the City district by Mr. Grunst: HERE

See the opening speech b the curator Archi Galentz: HERE


The explaination text of the exhibited artists in German:

“Berliner Begegnungen. Malerei und Papierarbeiten von Archi Galentz”.

6. Mai – 18.Juni 2017
Kulturhaus Karlshorst.

Archi Galentz der 1971 in einer armenischen Künstlerfamilie geborenen ist und in Berlin lebt, ist nicht nur ein bildender Künstler, sondern leitet seit 2008 eine Projektraum in Berlin Wedding, wo er mit einem Akzent auf die Entwicklungen in Armenien über 25 Ausstellungen organisierte. Immer wieder wird er als Kurator eingeladen, bestimmte “Landschaften” in der bildenden Kunst auszuleuchten.

Hier im Kulturhaus präsentierte er 2015 mit über dreißig Beispielen eine Übersicht über subtile Abstraktion als ein grenzüberschreitendes Phänomen in der Kunst seiner Landsleute. Im vergangenen Jahr verglich Archi Galentz zusammen mit Dr. Peter Michel mit der Ausstellung “Vier Lebenswege. Zwei Künstlerpaare in der Armenischen Tradition“ Diaspora Biographien aus der Nachkriegszeit.

Auch in diesem Jahr werden Werke mehrerer Künstler ausgestellt.

Mit Ausnahme von zwei Aquarellen vom vor kurzem verstorbenen Klaus Jurgeit, welche aus “befreundeten“ Galerien ausgeliehenen wurden, sind alle Kunstwerke aus der Sammlung des Künstlers selbst. Als Werke seiner Kollegen haben diese den Künstler oft direkt beeinflusst und erklären die Interessen des Künstlers an seinem Bildaufbau.

Landschaften sind ein beliebtes Motiv in der bildenden Kunst, da sie viele formale Ebenen des Bildaufbaus beinhalten. Auch Archi Galentz hat sich seit seinem Studium an Berliner Universität der Künste intensiv mit der Landschaft und Stadtlandschaft auseinandergesetzt. Auf der armenischen Tradition der offenen, starken Farbigkeit stützend, interessiert er sich für medienspezifische Ausdrucksweisen in der Malerei und Grafik und benutzt sowohl Öl und Eitempera, als auch Leimfarben oder Drucktechniken wie Lithographie und Radierung. Ganz bewusst benutzt Archi Galentz Farbe nicht als gegenstands-, sondern als raumgebundenes Mittel, was seine Landschaften und figurativen Kompositionen erkennbar macht.

Ein Bild wird meist durch Skizzen und Vorstudien entwickelt, was auch in einer Ausstellung in zusammenhängenden Reihen passiert. Die Ausstellung setzt aber keinen Akzent auf diese Methode des Künstlers, sondern thematisiert bildende Kunst als Begegnung und betont die Stadtlandschaft als eine Metapher.

Die Kunstwerke von Archi Galentz werden von ausgesuchten Werken seiner “Favoriten“ begleitet. Somit wird eine Art Gesamtinstallation aus vielen Kunstwerken zusammengeführt, die in einer Entdeckungsreise in der Bilderwelt des Künstlers einlädt.

Mit zur Ausstellung gelangten hier Ölbilder, Aquarelle, Druckgrafik und Fotos von Hans-Joachim Billib, Pjotr Filin, Eberhard Franke, Klaus Fussmann, Beka Gigauri, Gisa Hausmann, Sargis Hovhannisyan, Klaus Jurgeit, Wladimir Krawtschenko, Silvina Der-Meguerditchian, Rolf Münzner, Oleg Neishtadt, Pierre Pageard und Karl Rössing.

Die “Gästewerke“ sind immer an der oberen Reihe zu finden und sind auch durch farbig markierten Schildchen erkennbar. Die Reihe der Werke der eingeladenen Künstler fängt mit zwei Papierarbeiten von Professor Klaus Fussmann (geb. 1938, lebt in Berlin) an.

Archi Galentz studierte bei ihm „Struktur und Duktus des Tafelbildes“ in der UdK Berlin und wurde 1997 sein Meisterschüler. Das obere Blatt ist ein Linoldruck von 2012, erworben im Kunsthandel. Unteres, längliches Blatt ist ein Aquarell welches auf der Rückseite eine Widmung des Professors als Hochzeitsgeschenk trägt.

Zwei Landschaften als Baumgruppen von Hans-Joachim Billib (1954-2013) ergänzen die Reihe. Als ein Meisterschüler von Klaus Fussmann hat Hans-Joachim Billib mehrmals Gruppenausstellungen von Schülern organisiert. Er hat sowohl Werke seiner, auch jüngeren, Künstlerkollegen gekauft als auch mit eigenen getauscht. Zum Jahreswechsel hat Hans-Joachim kostbare Drucke mit einem witzigen Spruch verschickt. Ferner hat er Sammelmappen mit Druckgrafik herausgegeben. Für so einen Projekt entstand auch die Lithographie „Allegorie der Liebe“, welches als letztes Werk dieser Ausstellung zu sehen ist.

Auch Wladimir Krawtschenko (1933-2013) war ein sehr disziplinierter Maler. Er lebte und unterrichtete in Kiew (Ukraine) und hat oft in einer der ältesten Galerien von Berlin, Galerie Taube, ausgestellt. Wladimir lebte eine Zeitlang mit seiner Frau in der Atelierwohnung von Archi Galentz in Berlin Charlottenburg. Beide Bilder der Ausstellung sind seit zwei Jahrzehnten in der Sammlung von Archi Galentz. Er malte diese Bildchen auch 1999 auf einem Stillleben „Moskau-Berlin“, das als Abbildung das Plakat seiner ersten Einzellausstellung in der Galerie Taube schmückte.

Der Berliner Klaus Jurgeit (1937-2017) war bekannt als Meister der Aquarellmalerei.

Er hat bemerkenswerte Serien geschaffen die Innenräume der besetzten Wohnungen oder Punker Porträts darstellten. Auch seine Hinterhöfe sind als eigenständiges Motiv bekannt. Sein Malstill hat Archi Galentz sichtbar beeinflusst. Er besitzt lediglich einige Aktbilder von Klaus Jurgeit, deswegen sind für diese Ausstellung die Blätter mit Stadtlandschaften von den Galerien Taube und Classico ausgeliehen.

Diese beiden Galerien bemühen sich auch das nachgelassene Werk des Graphikers Eberhard Franke (1936 - 2004) zu pflegen. In unserer Ausstellung ist er mit zwei Kaltnadelradierungen vertreten. Beide aus dem Jahr in dem der Künstler in einer existenziellen Krise befand und besonders ausdrucksstarke Radierungen schuf. Seine Werke befinden sich in zahlreichen privaten Sammlungen, so auch im Kupferstichkabinett und in der Graphothek Berlin.

Die kleinere Wand der Ausstellung ist mit ausgesuchten Fotoarbeiten gestaltet, welche die Schnittstelle zwischen Malerei und der konzeptionellen Fotografie ausloten.

Die Präsentation fängt mit einem Papierausdruck und vier kleineren Studien von Sargis Hovhanissyan (geb. 1983, lebt in Armenien) die der Künstler bei einem Residenz Aufenthalt in Wien(Österreich) geschaffen hat. Die „deFORMation“ Serie wird auch in Berlin fortgesetzt, wo die Begegnung mit Sargis Hovhanissyan im Herbst stattfinden wird.

Bei den zwei Werken von Silvina Der-Meguerditchian (geb. 1967, lebt in Berlin) kombiniert, die in Buenos Aires geborene Künstlerin, Abzüge mit Stoffen und setzt damit eine unverkennbar persönliche Note. Als Nachfahrin armenischer Völkermord-Flüchtlinge, die um 1920 bis nach Argentinien zerstreut wurden, beschäftigt sich die Künstlerin intensiv mit der Spurensuche ihrer Identität und Fragen des Zusammenlebens und der Völkerverständigung.

Pierre Pageard (geb.1970, lebt in Frankreich) besitzt in Berlin eine Wohnung, lebt aber meist in Frankreich auf dem Lande. Als junger Fotograf suchte er kurz nach der Ausbildung eine Möglichkeit die Veränderungen in Osten zu betrachten.

Ein Arzt armenischer Abstammung nahm ihn mit nach Berg Karabach (zu Zeiten des Bürgerkriegs). Auf der Rückreise stoppte Pierre Pageard in Moskau just an dem Tag, als die Regierungskrise mittels Panzerbeschuß des Parlamentes gelöst wurde. Ihm gelang es, die einzigartige Volksfeststimmung der damaligen Vorgänge festzuhalten. Danach besuchte er Russland und andere Länder des Ostens 18 mal und überließ eine Reihe von Abzügen im Projektraum vom Archi Galentz zur Präsentation.

Ebenfalls Fotoarbeiten ordnen die Gestaltung der dritten Wand der Ausstellung. Es sind dort zwei Fotoarbeiten des 1954 in Tbilissi geborenen Pjotr Filin zu finden. Der promovierte Architekt wurde Anfang der neunziger Jahre nach Deutschland zur Mitarbeit in einem Architekturbüro eingeladen und lebt seitdem hauptsächlich in Berlin. Seit 1996 beschäftigt er sich mit dem Lithprint-Verfahren und die Stadtarchitektur bildet dabei einen seiner Schwerpunkte.

In Tbilissi im Jahr 1967 geboren ist Beka Gigauri. Nach seinem Kunststudium in Georgien siedelte er nach Deutschland über und war Meisterschüler an der Berliner UdK, wo Archi Galentz zeitgleich studierte. 2002 ging der Künstler mit einem Reisestipendium nach New York und schuf dank Langzeitbelichtung surreal anmutende „Porträts“ der Metropole mit gespenstischem Zeitflussgefühl.

Eine besondere Freundschaft verband die Künstlerin Gisa Hausmann (1942 - 2015) mit Archi Galentz, der nach ihrem Tod ihren künstlerischen Nachlass betreut. Menschenleer, verloren und einsam stellte Gisa Hausmann eine Straßenszene in Berlin Kreuzberg in einer subtilen Technik der handkolorierten Lithographie dar. Eine melancholische Stimmung wird auch durch die nicht beklebte, weiße Litfaßsäule und durch das Fehlen jeglicher städtischer Hektik erzielt.

Archi Galentz hat Lithographie zuerst in der UdK studiert, war eine Zeitlang Tutor in der Werkstatt und hat sogar seine Meisterschülerprüfung mit experimentellen Litho Monotypen gestaltet. Diese Drucktechnik bleibt auch seine große Faszination in der Drucktechnik.

Archi Galentz ist stolzer Besitzer zweier Lithographien in Schabtechnik von Rolf Münzner (geb. 1942, lebt in Geithain). Zuerst hat er ein Werk bei einer Gruppenausstellung in der Galerie Taube gesehen und erworben. Ein weiteres bei der regelmäßig stattfindenden Ausstellung des Künstlersonderbundes. Und ein drittes durfte er in der GBM-Galerie in Berlin-Lichtenberg bekommen, einem Begegnungsort besonderer Art den heute leider nicht mehr gibt.

Die figurativen Graphiken von Rolf Münzner werden durch zwei Werke von Oleg Neishtadt (geb. 1962, lebt in Deutschland, Frankreich und Russland) begleitet.


Er ist in Moskau geboren, siedelte als Kind mit seinen Eltern nach New York über und studierte dort Kunst. Das Pendeln zwischen Ost und West und eine Durchmischung der Kulturen ist eines seiner Lieblingsthemen. Ein Transferdruck auf dem Teller und ein Tintendruck auf Papier zeigen die graphischen Variationen seines Hauptwerkes in Ölfarbe aus der Reihe Réalité Magique.

Die Stimmung des Totentanzes wird auf dem letzten Blatt der Reihe „Favoriten“ aus der Sammlung von Archi Galentz fortgeführt.


Der kleine Holzstich von Karl Rössing ist von 1931 und wurde im Dezembersalon 2016 in der Galerie Taube entdeckt. Der Holzstich trägt den Titel „Der Posten am Ende der Welt“.

 

Es ist das jüngst erworbene Kunstwerk in seiner Sammlung und gibt dieser Ausstellung von Archi Galentz eine besondere Note.



Mehr Informationen über das Ausstelungsprojekt
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Die diesjährige Ausstellung trägt den Titel “Berliner Begegnungen. Malerei und Papierarbeiten von Archi Galentz”.

 

Landschaften sind ein beliebtes Motiv in der bildenden Kunst, die viele formale Ebenen des Bildaufbaus beinhalten. Auch der 1971 in einer armenischen Künstlerfamilie geborene und in Berlin lebende Künstler Archi Galentz hat sich intensiv seit seinem Studium an Berliner Universität der Künste mit der Landschaft und Stadtlandschaft auseinandergesetzt. Auf der armenischen Tradition der offenen, starken Farbigkeit stützend interessiert er sich für medienspezifische Ausdrucksweisen in der Malerei und Grafik und benutzt sowohl Öl und Eitempera, als auch Leimfarben oder Drucktechniken wie Lithographie, Radierung und Linogravur. Ganz bewußt benutzt Archi Galentz Farbe nicht als gegenstad-, sondern als raumgebundenes MIttel, was seine Landschaften erkennbar macht.

 

Ein Bild wird meist durch Skizzen und Vorstudien entwickelt, was auch in einer Ausstellung in zusammenhängenden Reihen passiert. Die Ausstellung setzt aber keinen Akzent auf diese Methode des Künstlers, sondern thematisiert bildende Kunst als Begegnung und betont die Stadtlandschaft als eine Metapher.

Die Werkserien und einzelne Bilderbeispiele werden detailiert beschrieben und als erklärender Texte den Zuschauern als kleine Texttafeln an der Wand neben den Bildern präsentiert. So werden sowohl seltene Kunstwerke ausgestellt, aber auch Spannendes über die Technik und Wirkung mitgeteilt. Somit wird eine Art Gesamtinstallation aus vielen Kunstwerken zusammengeführt, die in einer Entdeckungsreise in der Bilderwelt des Künstlers aufbricht, der ganz bewusst seine Bildsprache langsam, bedacht und auf viele “Farbpaletten” aufbaut.