interiordasein berlin


Curated projects 5."Armenia, Armenia"/2014

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Pressetext zur Ausstellung und Veranstaltungsreihe

Armenien, Armenien!

Fünf Annäherungen an eine Wiederentdeckung

2. Mai – 7. Juni 2014

Kurator Archi Galentz. Koordinator Lars Dreiucker

Der Denkraum SPRECHSAAL in Berlin Mitte zeigt fünf Wochen lang vom 2. Mai bis zum 7.Juni 2014 eine Ausstellung mit Werken armenischer KünstlerInnen. Parallel zur kuratierten Ausstellung, in der zahlreiche Kunstwerke aus der Republik Armenien und der Diaspora zu sehen sein werden, wird es eine umfangreiche Veranstaltungsreihe geben, die versucht den kulturellen und gesellschaftlichen Stand von „Armenien“ auszuloten. Von Mittwoch bis Samstag werden Lesungen, Vorträge, Buchpräsentationen, Diskussionen und Filmvorführungen thematisch in die Kultur und Widersprüche eines Volkes einführen und das interessierte Berliner Publikum zum informellen Austausch einladen. Während den 22 Tagen der Ausstellung sind zahlreiche Ausstellungs- und Filmvorführungen undfolgende Veranstaltungen geplant:



Buchpräsentationen:

- Gisela Ramming – Leupold präsentiert ihr Buch „Armenien - Land am Ararat, Geschichte, Religion und Tradition“ (Mitteldeutscher Verlag, 2013) (16.Mai um 19:00 Uhr).

- Muriel Mirak-Weissbach, Autorin des Buches „Jenseits der Feuerwand. Armenien – Irak – Palästina: Vom Zorn zur Versöhnung“ (Hans Schiler Verlag, 2011) präsentiert ihr Buch und erzählt über ihre Erfahrungen als Journalistin der Zeitschrift „Armenian Mirror Spectator“ (29.Mai um 19:00 Uhr).

- Dr. Vahe Tachjian und Elke Hartmann stellen den Band 1 von „Ottoman Armenians: Life, Culture, Society“ (A Houshamadyan Publication, 2014) - das Resultat eines einzigartigen Netzwerkprojekts vor(24. Mai um 18:00 Uhr).

- Die Übersetzerin Valerie Engler liest aus dem neu erschienenen Erzählband „Telegramm an Fatima“ von Diana Hamburdzumyan (Hay Media Verlag, 2014) aus dem Armenischen übersetzt von Gayane Ginoyan und Valerie Engler (5.Juni um 19:30 Uhr).

- Esther Schulz-Goldstein,Psychoanalytikerin und Autorin des zweibändigen Buches „Die Sonne blieb stehen“ (Novum Verlag 2013) liest aus dem ersten Band ihres Buches (Seyfo, Mets Yerern, Sphagi Xerisomos, - die Völkermorde unter Abdul Hamid, Kemal Atatürk und dem "Derin Devlet") (14. Mai um 19:00 Uhr).



Gespräche:

- Hans-Jochen Schmidt - Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Armenien von 2009-2012 - im Gespräch über die Erinnerungskultur und den kulturellen Austausch zwischen Armenien und Deutschland (17. Mai 18:00 Uhr).

- Die Ethnologin Dr. Tsypylma Darieva (Abteilung für Kaukasiologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena) im Gespräch über den Stadtraum und die Populärkultur in Armenien (31.Mai um 19:00 Uhr).

- Filmvorführung „Kaukasische Rochade“ des Regisseurs Ulrich Aschenbrenner mit Präsentationdes Autors und anschließender Diskussion (28. Mai um 19:00 Uhr).

- Dr. Raffi Kantian spricht über die vor 100 Jahren von Dr. Johannes Lepsius gegründete Deutsch-Armenische Gesellschaft und ihre vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Armenisch-Deutsche Korrespondenz“ (ADK)(22. Mai um
18:30 Uhr).

- Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan spricht über das „Mesrop Zentrum für Armenische Studien“ (am Orientalischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und zusammen mit Meline Pehlivanian berichtet über die Ausstellungen „500 Jahre armenischer Buchdruck“ in Halle an der Saale/Kunstforum 2012 und Mainz/Gutenbergmuseum 2013 (30. Mai um 18:30 Uhr).

- Der Filmemacher Bernhard Sallmann liest aus seinen armenischen Reisetagebüchern und stelltsein Videoessay für Splitscreen „Briefe nicht über die Liebe“ nach dem gleichnamigen Berlin-Roman von Viktor Schklowski vor(7. Juni um 19:00 Uhr).

- Die Schauspielerin Bea Ehlers Kerbekian präsentiert in einem Vortrag ihre Erfahrungen mitTheaterinszenierungen von identitätstiftenden Werken sowie ihr Projekt „Annes Schweigen + Մորլռությունը + Annenin sessizliği“(4. Juni um 19:00 Uhr).

- Der Komponist Prof. Thomas Buchholz hält einen Vortrag mit zahlreichen Audio-Einspielungenzum Thema „Besonderheiten der armenischen Volksinstrumente“(21. Mai um 19:30 Uhr).

- Der Liedermacher und Schauspieler Stepan Gantralyan, begleitet von dem Gitarristen MauricioAlmanzor, führt in die Welt der armenischen Musik und Poesie ein(7. Mai um 19:00 Uhr).

- Archi Galentz erklärt den Ausstellungsraum „InteriorDAsein/Berlin“ vor dem Hintergrund zeitgenössischer Präsentationsstrategien (3. Mai um 19:00 Uhr) und bietet einen Vortrag über die „Unentdeckten Seiten in der bildenden Kunst Armeniens“ an (23. Mai um 19:00 Uhr).


Das genaue Programm ist auf www.interiordasein.de/de/news

und ab 30.April 2014 auf www.sprechsaal.de abrufbar



Ausstellung mit beteiligten Künstlern


Achot Achot (geb. in Armenien, lebt in Frankreich),

Maria Bedoian (geb. und lebt in Argentinien),

Archi Galentz (geb. in Russland, lebt in Deutschland),

Edik Ghabuzyan (geb. und lebt in Armenien),

Sofia Gasparyan (geb. in Armenien, lebt in den USA),

Ruben Grigoryan (geb. und lebt in Armenien),

Armine Kalents (geb. in der Turkei, lebte in Armenien),

KARO GITZ (geb. in Armenien, lebt in Schweden),

Silvina Der-Meguerditchian (geb. in Argentinien, lebt

in Deutschland),

Arshak Nazarian (geb. in Armenien, lebt in den USA),

VAZO (geb. in Armenien, lebt in Frankreich),

Narine Zolyan (geb. in Armenien, lebt in Deutschland).


SPRECHSAAL ist eine Galerie mit einem Kino bzw. Hörsaal und einem weitläufigen Ausstellungsraum. Diese räumliche Vielfalt hilft auf die Komplexität der Themen zu reagieren. Der SPRECHSAAL bietet seit drei Jahren eine Auswahl an Neuerscheinungen von Büchern und Zeitschriften mit dem Schwerpunkt Philosophie und Kulturpolitik an. Unsere Webseite www.sprechsaal.de archiviert die Veranstaltungen und informiert über kommende Projekte.

2015 jährt sich einerseits der vom osmanischen Reich geplante und durchgeführte Völkermord am armensichen Volk zum 100. Mal. Anderseits feiert das Land 20 Jahre seit den ersten unabhängigen Parlamentswahlen nach dem Verfall der Sowjetunion.

Heute hat Berlin zwar kein sehr großes armenisches Gemeindeleben, war aber traditionell bei ArmenierInnen ein beliebter Studienplatz und zieht auch heute zahlreiche aktive Künstler und Wissenschaftler an. Der SPRECHSAAL richtet seinen Fokus kurz nach dem 24. April, dem Gedenktag an den Genozid, auf die Bedeutung von sekundärer Zeugenschaft, Diasporaleben, Heimatgefühl und die Möglichkeit von Identität außerhalb einer Opferrolle. Zugleich auf die Anziehung eines antiken Landes, einer einzigartigen Ästhetik von Architektur, Film, bildender Kunst, origineller Musikformen und einer eigenen Erinnerungskultur.

„Armenien, Armenien! Fünf Annäherungen an eine Wiederentdeckung“ - der Titel der Ausstellung ist eine direkte Überführung eines Gedichts von Ossip Mandelstam. „Die Reise nach Armenien“ bleibt der letzte zu Lebzeiten publizierte Text des berühmt-verkannten russischen Schriftstellers, der 1930 ein halbes Jahr in Armenien lebte. Dieser Text veranlasste die Kulturapparatschiks der Sowjetunion zum Handeln: Mandelstam wurde verhaftet und in den Gulag deportiert. Die Anregung zum Titel kommt vom Filmemacher Bernhard Sallmann, der 2011 Armenien besuchte und im Rahmen der Ausstellung seinen Film vorstellt.

Die in der Ausstellung vorgestellten Kunstwerke werden sowohl die Breite und den Reichtum der armenischen Gegenwartskunst präsentieren, als auch die Offenheit und Wandlungsfähigkeit einer uralten Kultur thematisieren. Der Kurator der Ausstellung Archi Galentz stellt eine Auswahl zeitgenössischer Kunst zusammen, die von Street-Art und Schriftkunst bis Fotorealismus und subtiler Informell-Malerei reicht. Da er seit fünf Jahren einen Projekt-Raum in Berlin Wedding leitet, welcher schwerpunktmäßig zeitgenössische armenische Kunst präsentiert, konnte er eine beachtliche Sammlung an Kunstwerken sowohl in der Diaspora als auch in Armenien geborener KünstlerInnen zusammenstellen, die ein einzigartiges ästhetisches Panorama bilden.